FAQ’s

Erste Kontakte mit Freifunk werfen häufig Fragen auf. Wie komme ich an einen Router? Welche Voraussetzungen müssen gegeben sein, um einen eigenen Knoten zu betreiben? Wie funktioniert Freifunk überhaupt? Ein paar diese Fragen möchten wir hier mit unserer kleinen Aufstellung wiederkehrender Fragen (FAQ) klären. Solltet ihr weitere Fragen haben, dürft ihr gerne Kontakt mit uns aufnehmen. Am Schnellsten können wir eure Fragen natürlich im Chat beantworten.

Ich habe einen AccessPoint „obernkirchen.freifunk.net“ gefunden? Was jetzt?

  • Sehr gut… Du hast einen Freifunk-Router in der Nachbarschaft gefunden. Du kannst dich direkt mit dem Netzwerk verbinden und es nutzen, ohne lästige Passwörter oder Anmeldungen.
  • Du kannst das Netz erweitern, indem du dir einen entsprechenden Router besorgst und bei dir aufstellst. Hilfe dazu findest du hier.

Ich bin mit „obernkirchen.freifunk.net“ verbunden, komme aber nicht ins Internet!

  • Es kann sein, dass der Router mit dem du verbunden bist, keine Verbindung zum Internet hat und daher keine Verbindungsstrecke zu einem Gateway existiert.
  • Dein Gerät (Rechner/Smartphone/Tablet) muss IPv6 unterstützen. Im Regelfall machen das alle modernen Geräte. Unter Windows muss eventuell die IPv6-Unterstützung aktiviert werden, falls diese abgeschaltet wurde.
  • Für Firefox muss ggf. unter about:config der Wert network.dns.disableIPv6 auf “false” gesetzt werden.

Ich sehe in meiner WLAN-Umgebung ein „mesh_v15“! Was ist das?

  • Das ist ein Funknetz, über das die Router untereinander per WLAN mittels einer Routing-Software kommunizieren. Die Software, batman-adv, leitet die Datenpakete an den richtigen Nachbarn weiter. mesh_* könnt ihr einfach ignorieren. Es ist nicht möglich, sich mit diesem Netzwerk zu verbinden.

Wie sicher ist es, das Freifunk-Netz zu nutzen?

  • Grundsätzlich findet im WLAN des Freifunk-Netzes keine Verschlüsselung statt. Daher sollten, genau wie im Internet auch, Webseiten über verschlüsselte Verbindungen mit HTTPS aufgerufen werden, soweit dieses möglich ist.
  • Es werden keine Verbindungsdaten protokolliert, damit ist der Nutzer nicht ohne weiteres identifizierbar
  • Die Router-Firmware ist OpenSource und für jeden einzusehen. Damit kann sich jeder ein Bild über die Funktion der Software machen.
  • Eigene Gateways leiten alle Zugriffe auf das Internet in das europäische Ausland um, daher greift die Störerhaftung nicht und die Knotenbetreiber sind nicht für Handlungen ihrer Nutzer verantwortlich.

Ich möchte einen Router aufstellen oder anderweitig mitmachen. Was muss ich tun?

  • Der einfachste Weg ist, sich einen der von uns empfohlenen Router zu besorgen, mit der Freifunk-Software auszustatten und aufzustellen, wie es hier beschrieben ist. Ihr dürft natürlich auch zu unseren Treffen kommen und uns einfach nur mit Anregungen oder Ideen unterstützen. Allerdings finden diese Treffen z.Zt. noch nicht regelmäßig statt. Informationen dazu werden aber hier auf den Seiten oder bei Facebook bekanntgegeben.

Was bedeutet dieses „flashen“ eigentlich?

  • Ein neuer Router ist üblicherweise mit der Software des Routerherstellers ausgestattet. Um bei Freifunk mitzumachen, wird allerdings eine spezielle, von uns bereitgestellte Software benötigt. Den Vorgang, diese Software über das Webinterface auf dem Router einzuspielen, nennt man „flashen“.

Ich habe meinen Router mit der Firmware geflasht. Was nun?

  • Nach Inbetriebnahme es Routers kannst die Statusseite aufrufen um zu schauen, mit wie vielen Knoten dein Router vernetzt ist. Ist der PC im privaten Netz (gelbe Ports), geht das über die URL http://192.168.133.1.
  • Sobald sich dein Router mit einem Gateway oder anderen Freifunk-Routern verbunden hat, kannst du die verschiedenen Dienste des Freifunk-Netzes nutzen.

Nutzen andere Leute meinen Internetzugang mit, wenn mein Freifunk-Router am Internetanschluss hängt?

  • Ja. Der Freifunk-Router stellt die Verbindung zu den Freifunk-Gateways natürlich über den eigenen Internet-Zugang durch eine verschlüsselte Verbindung her. Der Datenverkehr für Freifunk-Nutzer läuft nur über diese Verbinung. Die Router-Software trennt dabei das eigene Netz vom Freifunk-Netz ab, so dass es nicht möglich ist, vom Freifunk-Netz auf das lokale Netz zuzugreifen.

Wird mein Internet-Zugang dann nicht langsam?

  • Im Regelfall sind heute alle Internetzugänge in der Lage, das relativ geringe Datenaufkommen der Freifunk-Zugänge ohne Begrenzung problemlos zu bewältigen. Bei langsamen Internetzugängen gibt es allerdings immer die Möglichkeit, die Bandbreite des Freifunk-Routers zu beschränken, so daß selbst hier der eigene Zugang kaum beeinträchtigt wird.

Warum macht ihr das eigentlich?

  • Wir unterstützen die Verbreitung von offenen Netzwerken.  Dazu gehört Aufklärung, IT-Support, der Aufbau von Installationen und auch das Programmieren. Jeder kann sich einbringen. Nicht zu vergessen ist dabei die Pflege von persönlichen Kontakten zwischen Menschen durch die immer wieder stattfindenden Freifunk-Treffen oder Veranstaltungen

Wer seid ihr?

  • Vielfach technikinteressierte Schüler, Studenten sowie Leute mit zuviel Freizeit, teilweise mit, aber auch ohne weitere IT-Erfahrung. Also eigentlich ganz normale Menschen….

Was bedeuten die Begriffe LAN, WAN, FREIFUNK, MESH bzw. NONE in den Netzwerkeinstellungen?

  • Ist ein Port auf NONE geschaltet, ist er abgeschaltet und damit für das angeschlossene Endgerät nicht nutzbar.
  • Ist ein Port auf WAN geschaltet, bekommt das dort angeschlossene Endgerät eine IP-Adresse aus dem IP-Adressbereich des eigenen, schon vorhandenen Netzes, die im Regelfall vom vorhandenen Router (FritzBox, Speedport usw.) automatisch vergeben wird. Das Endgerät kann darüber auf dieses Netz zugreifen und ist auch selbst Teil dieses Netzes. Internet-Zugang über einen solchen Port ist möglich, es besteht aber keine Möglichkeit, von hier aus ins Freifunk-Netz zu kommen.
  • Ist ein Ports also auf LAN geschaltet, bekommt das dort angeschlossene Endgerät eine IP-Adresse aus dem Bereich 192.168.133.x. Es handelt sich hier also um einen vom Freifunk-Router automatisch vergebenen IP-Bereich, das sog. private Netz. Eine Verbindung zum Freifunk-Netz ist nicht möglich. Um trotzdem ins Internet zu kommen, wird NAT benutzt. Damit setzt der Router die IP des Endgerätes auf seine eigene IP um. Es ist also möglich, von hier aus ins Internet und in das vorhandene Netz (WAN) zu routen. Der Weg zurück, also ein Zugriff vom vorhandenen eigenen Netz auf das private Netz (LAN) ist allerdings ohne weiteres nicht möglich.
  • Ist ein Port auf FREIFUNK geschaltet, bekommt das dort angeschlossene Endgerät eine IP-Adresse aus dem Bereich des Freifunk-Netzes. Damit ist eine Verbindung ins Freifunk-Netz und somit auch der Internet-Zugang (nur über Freifunk) möglich. Der Zugriff auf die anderen Netze (LAN, WAN) ist dagegen gesperrt.
  • Ist ein Port auf MESH geschaltet werden darüber Routinginformationen des Freifunk-Netzes ausgetauscht. Für ein Endgerät ist dieser Port nicht nutzbar. Die Einstellung dient dazu, mehrere Freifunk-Router untereinander zu vernetzen, damit diese Ihre Routing-Informationen darüber austauschen können und nicht jeder Router seine eigene VPN-Verbindung aufbauen muss.

Wie komme ich auf die Status- oder Konfigurationsseite des Freifunkrouters?

  • Einfach ein Netzwerkkabel mit den (gelben) LAN-Buchsen des Routers verbinden und im Browser dann http://192.168.133.1 eingeben um auf die Statusseite des Routers zu kommen. Dort findet sich ein Button „Login“ um auf die Konfigurationsseite zu kommen. Der Benutzername ist „root“, ein Passwort muss nicht eingegeben werden. Standardmäßig ist die Konfiguration nur per Kabel erreichbar. Sollte die Einstellung im Router geändert werden, so dass dieser auch aus dem Freifunk-Netz erreichbar sein soll, ist auf jeden Fall ein entsprechend sicheres Passwort zu setzen!

Nach dem Flashen der Firmware geht der Router nicht mehr – was nun?

  • In seltenen Fällen startet der Router nach dem flashen der Firmware nicht mehr. Nimm am besten mit uns Kontakt auf, bevor du weitere Versuche machst, und schildere dein Problem. Die meisten Router lassen sich durch den eingebauten Failsafe-Modus wieder zum Leben erwecken. Bei besonders hartnäckigen Fällen ist allerdings ein kleiner Hardwareeingriff notwendig, aber auch hier konnten wir bisher jeden Router wieder zum Laufen bringen.

Muss ich meinen Freifunkrouter anmelden (§6 TKG) wenn ich ein Gewerbe habe?

  • Nein, ein Gewerbe wie z.B. ein Cafe, Hotel oder auch ein Handwerksbetrieb ist kein Telekommunikationsanbieter. Ein Gewerbe laut §6 TKG zielt auf den Betrieb von Kommunikationsanlagen ab und nicht auf Gewerbe in denen kostenlos (!) WLAN angeboten wird. Viele Hotels bieten so schon seit Jahren solche Kommunikationsdienstleistungen, z.B. in Form von Telefonverbindungen an, ohne dies anmelden zu müssen.